Montag, 24. Juli 2017

Supergesunde Schokocreme: Einfach zum Verlieben!

Schokocreme ohne Zucker

Eigentlich mag ich das nicht – wenn Dinge so tun, als wären sie etwas ganz anderes. Wenn man so viele Zutaten zusammenmischt, bis etwas dabei herauskommt, das aussieht wie ein Produkt, das man gerne hätte. Obwohl man eigentlich eine völlig andere Sache erschaffen hat. Selbst in meinen veganen Phasen habe ich nie verstanden, warum man fleischlose Leberwurst braucht. Wenn man – aus vielleicht verständlichen Gründen – keine Leberwurst essen will, dann bekommt man keine. Aber dann experimentiert man auch nicht so lange im Labor herum, bis man etwas hat, das so aussieht wie Leberwurst, vielleicht auch so schmeckt und sogar den Namen trägt – aber etwas ganz anderes ist. Finde ich zumindest.

So gesehen müsste auch für mich gelten: Willst du im Alltag nicht so viel Zucker essen, dann lass die Finger von Kuchen oder Schokocreme. So einfach wäre die Regel – und so logisch. Nun ja.

Dass ich mich nicht ganz daran halte, zeigte schon mein letzer Post über den unfassbar leckeren rohen Himbeerkuchen, der ganz ohne klassische Kuchenzutaten auskommt. Jetzt toppe ich ihn noch mit dieser wahnsinnig guten Schokocreme, die ganz ohne klassische Schokocreme-Zutaten auskommt – und eine Basis hat, die zunächst völlig absurd klingt. Aber glaubt mir: Das Ergebnis ist hervorragend.

Schoko-Nachtisch nach Sarah Britton

Schokocreme nach „My New Roots“

Als ich das Rezept in dem großartigen Blog „My New Roots“ von Sarah Britton entdeckt habe, habe ich es nicht – wie sonst so oft – erstmal bei Pinterest gespeichert. Nach dem Prinzip: Könnte ich ja vielleicht irgendwann mal ausprobieren, wenn ich es nicht vor lauter neuer Inspiration wieder vergesse. Nein, ich habe es direkt am gleichen Abend getestet (und zwar zum Löffeln, nicht zum Trinken). Und seitdem wieder und wieder.

Das „Rezept“ ist so einfach, dass es diesen Namen kaum verdient und ich habe mich auch nur beim ersten Test daran gehalten – danach habe ich mit den Mengen etwas herumexperimentiert, mal Avocado und mal Mandelmus untergemischt. Was ich da hatte und was mir logisch erschien. Aber ich stelle euch hier (annähernd) das Originalrezept zur Verfügung. Und verrate euch jetzt, was es mit der absurden Basiszutat auf sich hat. Es handelt sich um... Blumenkohl. Hinterfragt es nicht, probiert es einfach – und freut euch dran.

Rezept für veganes Schoko-Mousse

Was ihr dafür braucht (etwa zwei Portionen): 250g gefrorenen Blumenkohl, 100g entsteinte Datteln, 6 Esslöffel Rohkakao-Pulver, 250 bis 350 ml Milch – je nachdem, ob ihr es als Schokocreme zum Löffeln oder lieber wie Eiskaffee im Glas servieren wollt. (Im veganen Originalrezept und bei mir war es immer Hafermilch, es geht aber sicher auch jede andere). Optional: Griechischer Joghurt und Kakaonibs als Topping.

Was ihr dafür tun müsst: Alles in den Mixer geben und ihn so lange seine Arbeit tun lassen, bis er fertig ist. Umfüllen, hübsch dekorieren – und genießen.

Rezept für zuckerfreien Schoko-Nachtisch

Es ist wirklich so einfach, es geht so schnell, es schmeckt so lecker. Und on top sind auch noch so gute Dinge für uns drin. Okay, die Masse an Datteln muss man nicht täglich essen – aber immerhin haben wir hier nur natürliche Süße. Außerdem versorgt uns Blumenkohl mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen, Kakao enthält in seiner Ursprungsform superviel Magnesium. Also ich finde, dafür kann man seine alten Prinzipien guten Gewissens kurz vergessen – und sich einfach mal verlieben.

Samstag, 15. April 2017

Raw Cake mit Himbeercreme: Ein kleiner Triumph und viele Erkenntnisse

Himbeer-Raw-Cake - das Rezept

In den letzten Monaten hatte ich ziemlich viele Momente der Erkenntnis. Keine großen Erleuchtungen, aber kleine Erkenntnisse - mit teils weitreichenden Folgen. Seit ich eine Ausbildung als Ernährungsberaterin begonnen habe und mich intensiver mit leckeren Gerichten aus gesunden Zutaten beschäftige, lerne ich ständig neue Dinge kennen und frage mich: Warum wusste und kannte ich das nicht schon vorher? Genau so war es bei diesem pinken Wunderwerk: meinem ersten Raw Cake mit Cashewmus und Himbeercreme. 

Ich freue mich jedes Mal, wenn ich an einem Samstag zur Schule gehe, dort etwas über Nährstoffzusammensetzungen,  Darmkrankheiten und chemische Formeln lerne – und dabei immer wieder kleine Momente der Erkenntnis habe. Zum Beispiel, wenn es um Zucker, Weißmehl und industriell hergestellte Waren geht. Wusstet ihr zum Beispiel, dass es in Entwicklungsländern weniger Darmkrebs gibt, weil dort weniger von alldem konsumiert wird? Oder dass es mindestens 60 verschiedene Namen gibt, unter denen Zucker und zuckerhaltige Stoffe auf Lebensmittel-Etiketten auftaucht  und wir die wahren Mengen deshalb kaum überblicken können? Und dass Zucker und Weißmehl zur Übersäuerung des Körpers beitragen? Bei fast jedem Thema kommen wir irgendwie wieder auf Zucker, Weißmehl und Fertiggerichte zurück. Und obwohl ich schon vorher wusste, dass diese Dinge nicht gut sind, bin ich immer wieder aufs Neue überrascht - oder sogar ein wenig geschockt. 

Rezept für selbstgemachten Himbeer-Raw-Cake

Was in meinem Kurs fast genauso oft auftaucht: Nüsse. Allerdings in besserem Kontext. Damit das hier nicht zu sehr ausufert, belasse ich es erstmal bei: Nüsse sind gut für uns. Und in diesem Kuchen sind viele Nüsse. Kommen wir also endlich zum Rezept (wer ungeduldig war, hat hoffentlich längst bis nach unten gescrollt). Ich hatte schon öfter Kuchen getestet, die ohne Industriezucker und ohne Weißmehl auskommen. Sie waren halbwegs gesund – und schmeckten auch genauso. Schon irgendwie lecker, vor allem, wenn man sich selbst nicht ständiger Übersüßung aussetzt. Aber nichts, was einen überrascht. Dann habe ich meinen ersten Raw Cake gemacht - ein Prozess voll kleiner Erkenntnisse. Und am Ende stand die Frage: Warum esse ich sowas nicht schon mein ganzes Leben lang

Das Rezept habe ich von der lieben Gina von Heartybite, deren Blog ihr unbedingt kennen solltet, wenn ihr euch für leckere Dinge und gesundes Leben interessiert. Der Kuchen besteht aus drei Schichten: Ein Boden aus Nüssen und Datteln, darauf eine Creme aus Cashews, darauf eine Schicht aus Himbeermus. Natürlich gesüßt durch Honig und Datteln, eigentlich echt überschaubar von den Zutaten. Meine erste Erkenntnis: Gar nicht so exotisch, ich hatte fast alles im Schrank stehen – oder zumindest schon mal gehört. 

Rezept für Raw Cake mit Himbeeren


Bevor es endlich an die Zubereitung geht, nehme ich mein Fazit direkt vorweg. Als ich den Kuchen das erste Mal gegessen habe, war ich sofort verliebt. Total in den Geschmack, ein bisschen in mich selbst, weil ich alles hinbekommen hatte. Und in die Tatsache, dass so ein kulinarisches Glücksgefühl möglich ist. Ganz ohne Zucker, Mehl und irgendwelche Fertigprodukte - was eine grandiose Erkenntnis. Und als ich den Kuchen meiner Familie servierte, war es ehrlich gesagt ein kleiner Triumph. Denn das erste Mal sagte niemand: „Ja, schmeckt ganz gut und ziemlich gesund.“ Sondern stattdessen: „Megalecker. Ich nehm noch ein Stück und auch das Rezept.“ Bitte, hier ist es:


Zutaten: 
Boden: 1 Tasse Paranüsse, 1 Tasse Datteln, 1 TL Kokosöl
Cashewmus: 1,5 Tassen Cashews (bestenfalls vier Stunden eingeweicht), 1-2 EL Kokosöl, 2-3 Teelöffel Honig, geriebene Schale und Saft von einer Zitrone, 1/2 TL Vanille, 1 Prise Himalayasalz
Himbeercreme: 2 Tassen gefrorene Himbeeren, 1 EL Kokosöl, 1 TL Honig


Zubereitung: 
Vorbereitung: Weicht die Cashews ein, legt eine Back- oder Auflaufform mit Backpapier aus und schmelzt das Kokosöl, bis es flüssig ist. 
Für den Boden: Paranüsse und Datteln in einem Standmixer zerkleinern, bis eine zähe Masse entsteht. Das Kokosöl hinzugeben und noch einmal mixen. (Kleiner Hinweis dazu: Das klingt einfacher, als es ist. Zumindest bei meinen ersten beiden Versuchen dauerte es ziemlich lang und erforderte viel Geduld, weil die Masse immer wieder an den Rand des Mixers gedrängt wurde und die Messer in der Mitte durchdrehten. Also: Immer wieder mit einem Löffel verrühren und weiter mixen - irgendwann ist es geschafft). Jetzt die Masse in der Auflaufform verteilen und mit den Händen einen flachen Boden draus formen. 

Rezept für Raw-Cake-Boden aus Nüssen

Für das Cashewmus: Alle Zutaten im Mixer zu einer cremigen Masse verarbeiten - und wie in Schritt 1 dabei nicht die Nerven verlieren. Dann die Creme auf dem Boden verteilen.
Für die Himbeercreme: Die gefrorenen Himbeeren mit dem Kokosöl und dem Honig vermixen und dann oben auf den Kuchen streichen. In jedem Fall zwischendurch mal probieren: Das schmeckt wie das leckerste Himbeereis, das man sich vorstellen kann. Ist als Rezept für den Sommer notiert. 

Raw Cake mit Himbeercreme - das Rezept

Sind alle Schichten komplett, kommt das Ganze laut Rezept für zwei bis acht Stunden ins Eisfach, ich hab es über Nacht gemacht - auch das funktioniert super. Vor dem Servieren sollte der Kuchen eine halbe Stunde auftauen oder eine Stunde im Kühlschrank verbringen, dann hat er die perfekte Konsistenz.

Und jetzt: genug geredet. Lasst es euch schmecken. Bleibt gesund. Und habt es immer lecker!

Sonntag, 12. März 2017

Lieblingsorte in Amsterdam: Gesund essen, schön shoppen und das Meer genießen


Manchmal muss man gar nicht um die Welt reisen. Oder in einen Flieger steigen. Oder drei Wochen unterwegs sein. Manchmal reicht es auch, wenige Stunden Richtung Westen zu fahren – und schon ist man dort, wo es so wunderschön ist. Wo so viel Wasser ist. Wo so unfassbar viele Fahrräder sind. Und wo man so wahnsinnig gut essen, Smoothies trinken und durch kleine Shops schlendern kann, dass man sich fast wünscht, man wäre doch drei Wochen unterwegs. Worum’s hier geht? Um ein Wochenende in Amsterdam – und meine Tipps für alle Freunde der schönen Dinge da draußen.


Ich gebe zu: Vor dem wunderbaren Wochenend-Trip mit meiner Schwester hatte ich meine Hausaufgaben gemacht. An den meisten Orten sind wir sind nicht zufällig gelandet, sondern haben sie vorher in Blogs entdeckt, begeistert notiert und in der Karte eingezeichnet. Klingt spießig, aber es hat sich gelohnt – und ein paar spontane Entdeckungen waren trotzdem dabei.

Pluk: Frische Säfte, schöne Dinge und teure Kuchen


„Nein, wir haben leider nichts für zwei Personen frei. Aber wir können euch auf die Warteliste setzen.“ Okay, die vielen Liebeserklärungen an „Pluk“ hatten wohl nicht nur wir gelesen. Aber der Laden ist auch einfach hübsch. Es gibt Smoothies, Säfte und (relativ gesunde, aber ziemlich teure) Kuchen, dazu einen kleinen Shop-Bereich mit frischem Obst und Gemüse, ein wenig Deko und Accessoires – und alles in total schönem Ambiente. Wir entschieden uns trotzdem gegen die Warteliste und für zwei Säfte und Riegel to go. Die Drinks waren nicht gerade günstig und schmeckten tatsächlich auch ziemlich gesund, aber mit Grachten im Blick und Sonne im Gesicht fühlten sie sich trotzdem gut an. Wer unterwegs eine Stärkung braucht und keine Lust auf Pommes hat, sollte diesen Laden in den 9 Straatjes in jedem Fall auf die To-visit-Liste setzen.


 Dr. Blend: Grüne Smoothies, Acai-Bowls und guter Service 


Gar nicht weit entfernt wartete am nächsten Morgen „Dr. Blend“ auf uns. In dem Café in der Herenstraat mussten wir nicht auf einen Tisch warten, die Kellner warteten auf uns: Wir waren die einzigen Gäste, wurden mit Mini-Probier-Smoothies und persönlicher Beratung begrüßt und waren uns sofort sicher: Der Weg hierhin hat sich gelohnt. Zum Frühstück gab es eine richtig leckere Acai-Bowl und ein Dinkel-Sandwich mit Avocado und Cashewkernen. Besonderes Highlight: Der grüne Smoothie Dr. Green Freshness, der zwar mal wieder extrem gesund aussieht, aber dabei noch richtig gut schmeckt.


Cotton Cake: Schicke Klamotten, schöne Menschen und tolles Ambiente


Ja, es sieht aus, als hätte ich mich nur von gelöffelten Speisen ernährt – aber ganz so schlimm war es nicht. Ich konnte bei dem „Coconutty Granola“ im wunderbaren „Cotton Cake“ nur einfach nicht widerstehen. Wir sind vom hippen Viertel Jordaan ins nicht weniger schöne De Pijp geschlendert, wo wir zielstrebig diese Mischung aus Concept Store und Café angesteuert haben. Während unten Klamotten und Accessoires verkauft wurden, haben wir uns auf der Empore entspannt und den schönen Menschen unten beim Einkaufen zugeschaut. Und wieder das Fazit gezogen: Guter Tipp, lohnt sich.


Søstrene Grene: Zentral, günstig und ziemlich wunderbar


Vermutlich kennt ihr auch diese Läden, bei denen man denkt: Ja, gehen wir mal rein, kaufen werden wir eh nichts. „Søstrene Grene“ war so ein Laden. Mitten in der Stadt gelegen und schon im Fenster voll wunderbarer Deko-Gegenstände. Wir dachten uns: Ja, gehen wir mal rein – und dann kauften wir tatsächlich. Denn es gibt nicht nur unfassbar viele verschiedene und tolle Dinge. Der Laden, der von zwei dänischen Schwestern gegründet wurde, ist auch noch ziemlich günstig. Natürlich braucht man die meisten Sachen dort nicht unbedingt, aber vielleicht machen sie das Leben ein klein wenig schöner.


Anne & Max: Porridge, Omelette und ganz viel Tee


Das Frühstück für Tag zwei stand nicht vorher fest, wir waren noch etwas ratlos – und völlig begeistert, als wir plötzlich direkt neben unserem Hotel „Anne & Max“ entdeckten. Ein nettes Café, das zu einer holländischen Kette gehört. Dort gab es Porridge mit Früchten und eine kleine Frühstücksplatte mit frischem Omelette, das süße Zeug hinter der Theke wäre auch ziemlich verlockend gewesen, wenn es nicht ganz so früh gewesen wäre. Natürlich gab es auch hier Smoothies und eine ziemlich überzeugende Tee-Auswahl. Der Zufall meinte es jedenfalls gut mit uns, denn das war genau der richtige Ort zur richtigen Zeit.


Foodhallen: Streetfood, Hipster und riesige Auswahl


Jetzt noch der Beweis: Er wurde nicht nur Gesundes gelöffelt, es gab auch Frittiertes – zumindest ein bisschen. Unsere beiden Abende haben wir in den Foodhallen verbracht, die nicht nur großartig sind, sondern auch direkt neben unserem Hotel lagen. Das Konzept: Eine alte Bahnhofshalle voll mit Streetfood-Ständen, in der Mitte viel Platz für die Hipster der Stadt, am Wochenende mittendrin ein DJ – und wahnsinnig viele Menschen. Wir entschieden uns für eine Mezze-Platte von Maza und Sommerrollen von Viet View, zum Nachtisch gab es (etwas zu riesige) Joghurts von Yoghurt Barn und am nächsten Tag noch Sushi-Handrolls von Meneer Temaki. Wer gutes Essen mag und nichts gegen wuselige Atmosphäre und viele Menschen hat, der ist hier richtig. Immer wieder. Sogar drei Wochen lang.
 


Trip nach Bloemendaal: Strand, Meer reinster Urlaub


Ich weiß gar nicht, wofür ich die Menschen im Amsterdam am meisten beneide: Um die vielen schönen Läden? Um die wunderschönen Häuser an den unzähligen Grachten? Oder vielleicht doch um Meer und Strand? Eine gute halbe Stunde Fahrt und schon ist man in einer anderen Welt: Wir machten vor der Abreise einen kleinen Abstecher an den ewig breiten Strand von Bloemendal und hatten – mal wieder – einfach Glück. Denn außer uns war auch noch die Sonne dort. Das fühlt sich so sehr nach Urlaub an. Und einfach so gut.

Und dann ist das alles noch so nah an Köln, dass am Ende nur eine Frage bleibt: Warum machen wir das eigentlich nicht öfter?


Donnerstag, 23. Februar 2017

Gesund, weil grün und gut: Brokkoli-Dinkel-Pfanne mit getrockneten Tomaten

Gesund und grün: Zutaten für Brokkoli-Pfanne mit Feta und Haselnüssen

Ich hatte lange nicht in ein Freundebuch geschrieben. Bei der Frage "Was magst du gar nicht?" war meine Antwort letztens dann ganz spontan "Brokkoli" - ich habe gar nicht lange nachgedacht. Vermutlich kann meine kleine Nichte damit auch mehr anfangen als mit "Kriege, unnötige Meetings und Cuba Libre" oder so. Aber als ich meine Antwort blau auf gelb dort stehen sah, kam ich zu dem Schluss, dass sich meine Abneigungen seit der Grundschulzeit offenbar geändert haben. Ich würde Brokkoli zwar noch immer nicht bei der Frage nach dem Lieblingsessen eintragen (wo mittlerweile auch nicht mehr Pizza und Pommes stehen), aber ab und zu esse ich ihn ganz brav. Schließlich habe ich schon öfter gehört, dass grüne Lebensmittel gesund sind. Und gesund mag ich. Gut, gab es also mal wieder Brokkoli.

Der beste Weg, um Dinge unterzubringen, die man nicht am allerliebsten mag: Sie mit Dingen mischen, die man sehr, sehr gerne mag. Bei mir waren das in diesem Fall: Dinkel, getrocknete Tomaten, Haselnüsse, Feta und Knoblauch. Ich weiß nicht, ob man diese Kombination in irgendeinem Kochbuch finden würde, aber ich hatte sie mir spontan in den Kopf gesetzt - und das Ergebnis war ziemlich überzeugend. 

Gesund und grün: Brokkoli-Pfanne mit Feta und Haselnüssen

Was ihr dafür braucht (2 Portionen): 200g Brokkoli, 1 Tasse Dinkel, eine Handvoll getrockenete Tomaten, Fetawürfel in beliebiger Anzahl, etwa 2 EL Haselnüsse, 1 Knoblauchzehe, Salz, Pfeffer, frischen Basilikum. 

Was ihr dafür tun müsst: Wascht den Dinkel gut und bringt ihn in der doppelten Menge Wasser zum Kochen. Lasst ihn etwa 15 bis 20 Minuten auf kleiner Hitze köcheln, bis das Wasser aufgesogen ist und er so weich ist, wie ihr ihn gerne mögt. In der Zwischenzeit halbiert ihr die Haselnüsse, hackt den Knoblauch grob und röstet beides in einer Pfanne mit Olivenöl an. Wascht den Brokkoli, schneidet die Röschen ab und halbiert sie, hackt die getrockenen Tomaten grob. Nach ein paar Minuten gebt ihr beides mit in die Pfanne (ggf. hilft noch etwas mehr Öl), dann wird alles für etwa fünf Minuten angebraten. Am Ende gebt ihr den fertigen Dinkel dazu, würzt mit Salz, Pfeffer und allem, was ihr sonst noch mögt. Am Schluss den gehackten Basilikum und den gewürftelten Feta dazugeben - fertig. 

Ich hatte beim Kochen spontan die Befürchtung, dass es mir zu trocken wird und habe noch einen Sesam-Joghurt (Naturjoghurt, Sesam, Salz, Pfeffer und frischer Zitronensaft) angerührt. Schmeckte gut dazu, wäre aber gar nicht nötig gewesen.

Gesund und grün: Brokkoli-Pfanne mit Feta und Haselnüssen

Was ich sonst noch sagen will: Ich habe mich schon länger gefragt, ob an der Sache mit dem "Grün = gesund" wirklich was dran ist - oder ob man das nur sagt, weil grüne Nahrungsmittel zufälllig meist Obst und Gemüse und damit nunmal gesund sind. Ich will all diese Dinge verstehen und habe deshalb eine Ausbildung zur ganzheitlichen Ernährungsberaterin begonnen. Ich gehe also wieder zur Schule (eine ähnliche Déjà-vu-Erfahrung wie mit dem Freundebuch) und schon am ersten Tag habe ich gelernt: Grün ist wirklich gesund, und das liegt am Chlorophyll. Das hat nicht nur mit der Photosynthese zu tun, von der wir alle im Bio-Unterricht gehört haben, sondern unterstützt auch in unserem Körper viele wichtige Prozesse. Welche genau das sind, führt hier zu weit (und außerdem habe ich auch noch nicht alles am ersten Tag gelernt...) Aber ich bleibe dran, liefere weitere Details vielleicht nach - und bis dahin merken wir uns: Grün = gesund. Und wenn man's richtig macht, dann auch noch: lecker.

Samstag, 7. Januar 2017

Genießen ohne Zucker: Schokokugeln, Haferkekse und ungeahnte Möglichkeiten


Es ist wieder die Zeit des Jahres, in der alle zu besseren Menschen werden. Zu Nichtrauchern, zu regelmäßigen Sportlern, zu schlanken Diätdurchziehern. Dieser Text hat allerdings nichts mit guten Vorsätzen zu tun zumindest nicht mit meinen. Denn ich habe schon vor einigen Monaten meine Ernährung umgestellt, ganz ohne ersten Januar und große Verkündung. Aus verschiedenen Gründen, auf die ich vielleicht später mal eingehe, habe ich unter anderem Zucker und Weißmehl von meinem normalen Speiseplan gestrichen. Schon vorher habe ich versucht, darauf zu verzichen - im Rahmen von Low Carb und kalorienarmer Ernährung hat sich das automatisch ergeben. Das hieß aber auch: Ich habe reduziert. Alle süßen und gebackenen Dinge gemieden, durch Obst, Gemüse oder gar nichts ersetzt. 


Jetzt weiß ich: Das geht auch anders. Ich kann mir was gönnen und meinem Körper gleichzeitig Gutes tun, ihm die Nährstoffe geben, die er braucht. Nährstoffe, die Cola Zero nicht enthält, auch wenn sie nicht dick macht und deshalb jahrelang fest in meinen Tag integriert war. Seit ich mich damit beschäftige, ist das Internet voll von gesunden und richtig geilen Rezepten und mein Vorratsschrank voller Möglichkeiten. Die habe ich zu Weihnachten voll ausgeschöpft und eigentlich hätte das ein Gesund-durch-Weihnachten-Post werden sollen. Aber dann kam irgendwas dazwischen, genauer gesagt: die Weihnachtszeit. Aber ich möchte diese Rezepte unbedingt mit der Welt teilen und vielleicht sind da draußen ja tatsächlich Menschen, die 2017 weniger Zucker essen und gesund naschen (was ein 90er-Wort, aber mir fällt gerade kein besseres ein) wollen. Mich haben unter anderem diese Kugeln und Kekse durch Weihnachten begleitet und zwar so gut, dass mir alle anderen Plätzchen, Kuchen und Pralinen ganz egal waren. 


Beginnen wir mit den Kugeln, die gern auch Energy Balls, Energiebällchen oder gesunde Pralinen genannt werden. Superlecker, superintensiv, superschnell gemacht. Und vor allem: Bei den Zutaten so flexibel, dass man eigentlich gar kein Rezept braucht. Ich liefer einfach einen Vorschlag. 

Zutaten: 2 Tassen getrocknete Datteln, 1 Tasse gehackte Walnüsse, 1 EL Rohkakao, ein paar Kokosraspeln. (Wahlweise gehen auch alle anderen Sorten getrocknete Früchte und Nüsse im Verhältnis 2:1) 

Zubereitung: Die Nüsse im Mixer zerkleinern, dann in einer Schüssel beiseitestellen. Jetzt die Datteln im Mixer zu Brei verarbeiten (klingt je nach Modell einfacher, als es ist...), dann die Nüsse und den Kakao dazu geben. Weitermixen, bis die Masse halbwegs homogen ist. Dann mit den Händen zu Kugeln formen, in Kakao oder Kokosraspeln wälzen und zum Härten eine Weile in den Kühlschrank stellen. Dort sollte man sie im Anschluss auch aufbewahren, sie halten sich locker eine Woche. 


Weiter gehts' mit den Haferflocken-Dattel-Keksen, die im Ursprungsrezept eigentlich Müsliriegel sind...
 
Zutaten: 250 g Haferflocken, 130 g Datteln, 3 reife Bananen, 70 g geschmolzenes Kokosöl, 1 EL gehackte Mandeln, 1 EL gehackte Walnüsse , 1 EL Kakaonibs, 1 TL Zimt (wenn's noch etwas winterlich schmecken soll)

Zubereitung: Ofen auf 170 Grad Umluft vorheizen, die Datteln im Mixer zu Mus verarbeiten. Die Bananen mit einer Gabel zerdrücken, dann alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit dem Handmixer verrühren. Die Masse auf ein Backblech mit Backpapier geben und mit den Händen auf etwa 1 Zentimeter Dicke plattdrücken. Etwa 25 Minuten backen, dann komplett auskühlen lassen und in kleine Rauten schneiden. Ebenfalls im Kühlschrank aufbewahren.

Zusätzlich gab es bei mir sogar noch einen ziemlich geilen Brownie, den ich grob nach diesem Rezept gebacken habe und scharf geröstete Nüsse, zu denen ich hier inspiriert wurde. Alles Dinge voll mit guten Inhaltsstoffen. Alles Dinge, die sogar satt machen. Alles Dinge, an denen man sich nicht überfrisst die aber trotzdem glücklich machen. Wenn ich tatsächlich mal Leuten erzähle, dass ich möglichst keinen Zucker esse, gucken viele mitleidig. Oder so, als würden sie sich mein Leben in Askese fern von allen Genüssen vorstellen. Ein ganz großes Missverständnis, dem ich ein Ende setzen will. Deshalb verbreite ich die Botschaft von gesundem geilen Essen hier weiter. Und vielleicht helfe ich ja sogar jemanden beim Durchhalten der guten Vorsätze.  

Was auch immer ihr tut, esst oder backt: Habt ein wundervolles Jahr 2017 und genießt es!

Samstag, 3. Dezember 2016

Kleinster Weihnachtsmarkt von Kölle, du bes e Jeföhl

Kleinster Weihnachtsmarkt der Stadt - Köln, Südstadt

Es fühlt sich an, als würden wir uns schon ewig kennen - der kleinste Weihnachtsmarkt der Stadt und ich. Von Anfang an habe ich bei Facebook verfolgt, was dort am Ende meiner Straße geplant ist. Ich habe am Eröffungstag auf dem Heimweg die vielen Menschen und die Musik gehört. Habe schon öfter den kuriosen Mini-Shuttle gesehen, der vom Chlodwigplatz zur Lutherkirche fährt - mit Zwischenstopp beim Pitter, der ein selbstgebasteltes Haltestellenschild vor die Tür gestellt hat. Habe Leuten von alldem erzählt und vom Konzept "Glühwein saufen für eine bessere Welt" geschwärmt. Und trotzdem war ich noch nie da. Bis heute.

Eigentlich hatte ich vor, dort in einem ruhigen Moment vorbeizugehen, mit meiner Kamera ausgerüstet, um ein paar richtig schöne Fotos zu machen. Doch dann landete ich plötzlich am Samstagabend dort. Und hatte nur mein Handy dabei. Nach einem Nachmittag voller Reizüberflutung in der Innenstadt zog es mich einfach dort hin. Ohne groß nachzudenken stieg ich an der Ulrepforte aus, schlenderte durch den winterlichen Nebel über die Volksgartenstraße, deren Bewohner offenbar ein Hang zur Weihnachtsbeleuchtung eint. Und dann ging's in den Kirchen-Innenhof - und der Advents-Shoppting-Stress der Stadt war vergessen.
 
Weihnachtsmarkt an der Lutherkirche, Köln

Keine Überforderung aller Sinne, keine sich schubsenden Massen. Keine Touristen mit Rentierohren, keine kitschigkünstliche Eislaufbahn. Einfach ein paar Buden, handgeschmückte Tannenbäume, völlig entspannte Glühweintrinker, dazwischen Kinder, Hunde - und dazu dezente Musik. Klar, auch das ist ein Weihnachtsmarkt. Und ich muss zugeben, dass ich zwar Weihnachten und Märkte für sich genommen wirklich mag, aber die Kombination aus beidem selten gelungen finde. Überteuerter Kitsch, den niemand braucht. Frittiertes Zeug, das man sonst nie essen würde. Süßer Alkohol, den man am nächsten Tag bereut. 

Vermutlich führt auch der Gute-Zweck-Glühwein der Südstadt zu einem fiesen Kater. Und vielleicht braucht auch niemand bunte Strickmützen im Pokémon-Style. Aber dafür gibt es in einer Bude eine "kleine Speisekammer" - in der das Essen genauso gut aussieht wie in der großen Schwester auf der Alteburger Straße. Dazwischen überall das Logo der KG Ponyhof, die beim Veedelsmarkt ihre Finger im Spiel hat - was immer ein sicheres Indiz ist, dass es läuft. 

Südstadt-Weihnachtsmarkt an der Lutherkirche

Ich habe nur eine kurze Runde gedreht, mit dem Handy ein paar Bilder gemacht, die ich - weil sie eh schon nichts geworden sind - noch schnell mit weiteren Lichteffekten versorgt habe. Ist ja schließlich bald Weihnachten (verzeiht mir). Die Atmosphäre lässt sich ohnehin nicht gut in Fotos packen, vielleicht besser in Worte. 

Mein Gefühl, als ich dem aufgeklebten Ausgang-Schild folgte und mich der wenig benötigte Securitymann freundlich verabschiedete: Selten passte der Name meines Blogs so gut wie hier. Und: Ich würde diesen Weihnachtsmarkt gern in den Arm nehmen.