Samstag, 3. Dezember 2016

Kleinster Weihnachtsmarkt von Kölle, du bes e Jeföhl

Kleinster Weihnachtsmarkt der Stadt - Köln, Südstadt

Es fühlt sich an, als würden wir uns schon ewig kennen - der kleinste Weihnachtsmarkt der Stadt und ich. Von Anfang an habe ich bei Facebook verfolgt, was dort am Ende meiner Straße geplant ist. Ich habe am Eröffungstag auf dem Heimweg die vielen Menschen und die Musik gehört. Habe schon öfter den kuriosen Mini-Shuttle gesehen, der vom Chlodwigplatz zur Lutherkirche fährt - mit Zwischenstopp beim Pitter, der ein selbstgebasteltes Haltestellenschild vor die Tür gestellt hat. Habe Leuten von alldem erzählt und vom Konzept "Glühwein saufen für eine bessere Welt" geschwärmt. Und trotzdem war ich noch nie da. Bis heute.

Eigentlich hatte ich vor, dort in einem ruhigen Moment vorbeizugehen, mit meiner Kamera ausgerüstet, um ein paar richtig schöne Fotos zu machen. Doch dann landete ich plötzlich am Samstagabend dort. Und hatte nur mein Handy dabei. Nach einem Nachmittag voller Reizüberflutung in der Innenstadt zog es mich einfach dort hin. Ohne groß nachzudenken stieg ich an der Ulrepforte aus, schlenderte durch den winterlichen Nebel über die Volksgartenstraße, deren Bewohner offenbar ein Hang zur Weihnachtsbeleuchtung eint. Und dann ging's in den Kirchen-Innenhof - und der Advents-Shoppting-Stress der Stadt war vergessen.
 
Weihnachtsmarkt an der Lutherkirche, Köln

Keine Überforderung aller Sinne, keine sich schubsenden Massen. Keine Touristen mit Rentierohren, keine kitschigkünstliche Eislaufbahn. Einfach ein paar Buden, handgeschmückte Tannenbäume, völlig entspannte Glühweintrinker, dazwischen Kinder, Hunde - und dazu dezente Musik. Klar, auch das ist ein Weihnachtsmarkt. Und ich muss zugeben, dass ich zwar Weihnachten und Märkte für sich genommen wirklich mag, aber die Kombination aus beidem selten gelungen finde. Überteuerter Kitsch, den niemand braucht. Frittiertes Zeug, das man sonst nie essen würde. Süßer Alkohol, den man am nächsten Tag bereut. 

Vermutlich führt auch der Gute-Zweck-Glühwein der Südstadt zu einem fiesen Kater. Und vielleicht braucht auch niemand bunte Strickmützen im Pokémon-Style. Aber dafür gibt es in einer Bude eine "kleine Speisekammer" - in der das Essen genauso gut aussieht wie in der großen Schwester auf der Alteburger Straße. Dazwischen überall das Logo der KG Ponyhof, die beim Veedelsmarkt ihre Finger im Spiel hat - was immer ein sicheres Indiz ist, dass es läuft. 

Südstadt-Weihnachtsmarkt an der Lutherkirche

Ich habe nur eine kurze Runde gedreht, mit dem Handy ein paar Bilder gemacht, die ich - weil sie eh schon nichts geworden sind - noch schnell mit weiteren Lichteffekten versorgt habe. Ist ja schließlich bald Weihnachten (verzeiht mir). Die Atmosphäre lässt sich ohnehin nicht gut in Fotos packen, vielleicht besser in Worte. 

Mein Gefühl, als ich dem aufgeklebten Ausgang-Schild folgte und mich der wenig benötigte Securitymann freundlich verabschiedete: Selten passte der Name meines Blogs so gut wie hier. Und: Ich würde diesen Weihnachtsmarkt gern in den Arm nehmen.

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