Samstag, 15. April 2017

Raw Cake mit Himbeercreme: Ein kleiner Triumph und viele Erkenntnisse

Himbeer-Raw-Cake - das Rezept

In den letzten Monaten hatte ich ziemlich viele Momente der Erkenntnis. Keine großen Erleuchtungen, aber kleine Erkenntnisse - mit teils weitreichenden Folgen. Seit ich eine Ausbildung als Ernährungsberaterin begonnen habe und mich intensiver mit leckeren Gerichten aus gesunden Zutaten beschäftige, lerne ich ständig neue Dinge kennen und frage mich: Warum wusste und kannte ich das nicht schon vorher? Genau so war es bei diesem pinken Wunderwerk: meinem ersten Raw Cake mit Cashewmus und Himbeercreme. 

Ich freue mich jedes Mal, wenn ich an einem Samstag zur Schule gehe, dort etwas über Nährstoffzusammensetzungen,  Darmkrankheiten und chemische Formeln lerne – und dabei immer wieder kleine Momente der Erkenntnis habe. Zum Beispiel, wenn es um Zucker, Weißmehl und industriell hergestellte Waren geht. Wusstet ihr zum Beispiel, dass es in Entwicklungsländern weniger Darmkrebs gibt, weil dort weniger von alldem konsumiert wird? Oder dass es mindestens 60 verschiedene Namen gibt, unter denen Zucker und zuckerhaltige Stoffe auf Lebensmittel-Etiketten auftaucht  und wir die wahren Mengen deshalb kaum überblicken können? Und dass Zucker und Weißmehl zur Übersäuerung des Körpers beitragen? Bei fast jedem Thema kommen wir irgendwie wieder auf Zucker, Weißmehl und Fertiggerichte zurück. Und obwohl ich schon vorher wusste, dass diese Dinge nicht gut sind, bin ich immer wieder aufs Neue überrascht - oder sogar ein wenig geschockt. 

Rezept für selbstgemachten Himbeer-Raw-Cake

Was in meinem Kurs fast genauso oft auftaucht: Nüsse. Allerdings in besserem Kontext. Damit das hier nicht zu sehr ausufert, belasse ich es erstmal bei: Nüsse sind gut für uns. Und in diesem Kuchen sind viele Nüsse. Kommen wir also endlich zum Rezept (wer ungeduldig war, hat hoffentlich längst bis nach unten gescrollt). Ich hatte schon öfter Kuchen getestet, die ohne Industriezucker und ohne Weißmehl auskommen. Sie waren halbwegs gesund – und schmeckten auch genauso. Schon irgendwie lecker, vor allem, wenn man sich selbst nicht ständiger Übersüßung aussetzt. Aber nichts, was einen überrascht. Dann habe ich meinen ersten Raw Cake gemacht - ein Prozess voll kleiner Erkenntnisse. Und am Ende stand die Frage: Warum esse ich sowas nicht schon mein ganzes Leben lang

Das Rezept habe ich von der lieben Gina von Heartybite, deren Blog ihr unbedingt kennen solltet, wenn ihr euch für leckere Dinge und gesundes Leben interessiert. Der Kuchen besteht aus drei Schichten: Ein Boden aus Nüssen und Datteln, darauf eine Creme aus Cashews, darauf eine Schicht aus Himbeermus. Natürlich gesüßt durch Honig und Datteln, eigentlich echt überschaubar von den Zutaten. Meine erste Erkenntnis: Gar nicht so exotisch, ich hatte fast alles im Schrank stehen – oder zumindest schon mal gehört. 

Rezept für Raw Cake mit Himbeeren


Bevor es endlich an die Zubereitung geht, nehme ich mein Fazit direkt vorweg. Als ich den Kuchen das erste Mal gegessen habe, war ich sofort verliebt. Total in den Geschmack, ein bisschen in mich selbst, weil ich alles hinbekommen hatte. Und in die Tatsache, dass so ein kulinarisches Glücksgefühl möglich ist. Ganz ohne Zucker, Mehl und irgendwelche Fertigprodukte - was eine grandiose Erkenntnis. Und als ich den Kuchen meiner Familie servierte, war es ehrlich gesagt ein kleiner Triumph. Denn das erste Mal sagte niemand: „Ja, schmeckt ganz gut und ziemlich gesund.“ Sondern stattdessen: „Megalecker. Ich nehm noch ein Stück und auch das Rezept.“ Bitte, hier ist es:


Zutaten: 
Boden: 1 Tasse Paranüsse, 1 Tasse Datteln, 1 TL Kokosöl
Cashewmus: 1,5 Tassen Cashews (bestenfalls vier Stunden eingeweicht), 1-2 EL Kokosöl, 2-3 Teelöffel Honig, geriebene Schale und Saft von einer Zitrone, 1/2 TL Vanille, 1 Prise Himalayasalz
Himbeercreme: 2 Tassen gefrorene Himbeeren, 1 EL Kokosöl, 1 TL Honig


Zubereitung: 
Vorbereitung: Weicht die Cashews ein, legt eine Back- oder Auflaufform mit Backpapier aus und schmelzt das Kokosöl, bis es flüssig ist. 
Für den Boden: Paranüsse und Datteln in einem Standmixer zerkleinern, bis eine zähe Masse entsteht. Das Kokosöl hinzugeben und noch einmal mixen. (Kleiner Hinweis dazu: Das klingt einfacher, als es ist. Zumindest bei meinen ersten beiden Versuchen dauerte es ziemlich lang und erforderte viel Geduld, weil die Masse immer wieder an den Rand des Mixers gedrängt wurde und die Messer in der Mitte durchdrehten. Also: Immer wieder mit einem Löffel verrühren und weiter mixen - irgendwann ist es geschafft). Jetzt die Masse in der Auflaufform verteilen und mit den Händen einen flachen Boden draus formen. 

Rezept für Raw-Cake-Boden aus Nüssen

Für das Cashewmus: Alle Zutaten im Mixer zu einer cremigen Masse verarbeiten - und wie in Schritt 1 dabei nicht die Nerven verlieren. Dann die Creme auf dem Boden verteilen.
Für die Himbeercreme: Die gefrorenen Himbeeren mit dem Kokosöl und dem Honig vermixen und dann oben auf den Kuchen streichen. In jedem Fall zwischendurch mal probieren: Das schmeckt wie das leckerste Himbeereis, das man sich vorstellen kann. Ist als Rezept für den Sommer notiert. 

Raw Cake mit Himbeercreme - das Rezept

Sind alle Schichten komplett, kommt das Ganze laut Rezept für zwei bis acht Stunden ins Eisfach, ich hab es über Nacht gemacht - auch das funktioniert super. Vor dem Servieren sollte der Kuchen eine halbe Stunde auftauen oder eine Stunde im Kühlschrank verbringen, dann hat er die perfekte Konsistenz.

Und jetzt: genug geredet. Lasst es euch schmecken. Bleibt gesund. Und habt es immer lecker!

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